Unsere Highlights vom WEF 2020

Unsere Highlights vom WEF 2020

Unterwegs beim Weltwirtschaftsforum in Davos

Im letztjährigen Beitrag hatten wir bereits ausführlich erklärt, um was es beim WEF geht und welche Ziele das Wirtschaftsforum verfolgt. Kurz auf den Punkt gebracht: Hier treffen sich die einflussreichsten Menschen aus Politik, Wirtschaft, Bildung, Kunst oder Wissenschaft.

Dieses Jahr waren es circa 3.000 „Entscheider“, die sich am Schweizer Ferienort versammelt haben, um über die aktuellsten und wichtigsten Themen in der Welt zu sprechen. Am meisten Aufsehen erregt haben Klima-Aktivistin Greta Thunberg, US-Präsident Donald Trump und Bundeskanzlerin Angela Merkel.

WEF Davos

Der Klimaschutz als Hauptthema der diesjährigen Konferenz

Nicht nur Greta Thunberg war hier wieder stark in ihrem Element, auch Grünen Partei-Chef Robert Habeck feuerte Munition auf Donald Trump.

Grund dafür war Trumps Eröffnungsrede, die zu 90% aus Eigenlob und Superlativen bestand. Der Applaus der Zuhörer war allerdings gar nicht so super, sondern eher verhalten. Die einzige Ausnahme war zu spüren, als Trump verkündete, dass er sich der WEF Initiative anschließt, um weltweit eine Billionen Bäume zu pflanzen.

„Trumps Rede war ein Desaster für die Konferenz.“, sagte Habeck in einem Interview. Der Grünen Chef bezeichnete den US-Präsidenten sogar als Gegner der anderen Seite, mit dem man „den Kampf aufnehmen“ müsste. Laut Habeck hat die Wirtschaft das Problem schon längst erkannt, nur die Elite der Politik hält eine positive Entwicklung auf.

Wenn Trump öffentlich behauptet, dass Amerikaner sich um andere Kontinente kümmern müssten, weil bei Ihnen alles sauber und insgesamt alles gut sei, dann bietet es natürlich auch sehr viel Angriffsfläche für Klima-Aktivisten.

Die 17-jährige Greta Thunberg lässt sich von solchen Angriffen aber nicht unterkriegen. Sie hat sich zwar die letzten Tage äußerst frustriert gezeigt über die Tatsache, dass viele Forderungen komplett ignoriert wurden. „Rechts, Links, Mitte – egal, welche politische Orientierung, beim Klimawandel haben alle versagt!“

Im selben Zug machte sie aber auch deutlich, dass dies erst der Anfang einer globalen Veränderung sei und „Dinge“ ihren Lauf nehmen würden.

Nach langer Stille zeigt sich die Bundeskanzlerin emotional und stark

Angela Merkel hat ihre Stellung zum Klimawandel in ihrer Rede deutlich gemacht. Es benötige eine gemeinsame Anstrengung, um Klimaziele zu erreichen. Es sei nur möglich, die Welt zu retten, wenn wirklich alle Länder mit anpacken.

Laut Merkel müsse man auch neuen Technologien gegenüber offen sein. Sie zeigte sich verwundert, dass Deutschland beim letzten Bloomberg Innovation Index auf Platz 1 gelandet sei und fügte hinzu: „Wir sind nicht so von der Sorte, dass wir den ganzen Tag davon sprechen, was bei uns super läuft.“

Dieser kleine Seitenhieb auf Trump hat den Saal zum Lachen gebracht. „Da sind die Kulturen unterschiedlich. Aber wenn es Bloomberg ist, können wir das ja ruhig mal zitieren.“

Klaus Schwab im Interview mit Microsoft CEO Satya Nadella

Nicht viel anders als in der Politik geht es auch in der Geschäftswelt zu. Man hat das Gefühl, dass das Klimathema allgegenwärtig ist. Selbst das Überdenken des Kapitalismus ist zum Thema in vielen Reden und Foren beim WEF geworden.

Eine Abwechslung war das interessante Interview des WEF-Gründers Klaus Schwab und Microsoft CEO Satya Nadella. Nadella äußerte sich in einem 30-minütigem Interview zur Erschließung eines integrativen Wirtschaftswachstums und einer gerechten Globalisierung durch technologischen Fortschritt.

“Das Geschäftsmodell eines Unternehmens sollte nicht sein, Lösungen für seine Kunden anzubieten, sondern für die Gesellschaft.“ Als CEO des wertvollsten Unternehmens der Welt, ist sich Nadella seiner einflussreichen Stellung in der Welt offensichtlich bewusst.

Das komplette Interview gibt es hier anzusehen:

Nichtsdestotrotz kann man mit Gewissheit behaupten: Der Klimawandel bleibt wohl die größte Baustelle für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Die junge Thunberg hat es definitiv geschafft, die Agenda für das diesjährige WEF zu setzen.

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